„Mein Herz schlägt für die Gemeinde“

„Mein Herz schlägt für die Gemeinde“

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„Mein Herz schlägt für die Gemeinde“

Im August ist das Rödermärker Pfarrteam wieder komplett: Am Monatsbeginn nimmt Dr. Anke Mühling ihren Dienst auf. Dekan Steffen Held wird die Theologin am Sonntag, 16. August, um 15 Uhr in einem Festgottesdienst in der Petruskirche Urberach (Wagnerstraße 35) offiziell in ihr neues Amt einführen. Anschließend laden die Evangelische Kirchengemeinde Rödermark und das Dekanat Dreieich-Rodgau zu einem Empfang ins Gemeindehaus ein.

„Ich freue mich sehr, dass nach längerer Zeit der Vakanz in Rödermark nun beide Pfarrstellen wiederbesetzt sind“, betont Steffen Held. „Mein allererster Dank gilt von daher den ehrenamtlich Aktiven und den hauptamtlichen Kolleginnen und Kollegen, die mit viel Energie und Fürsorge dazu beigetragen haben, das Gemeindeleben aktiv und vielfältig aufrecht zu erhalten und zu gestalten“, so der Dekan im Dreieich-Rodgauer Kirchenkreis. „Sehr glücklich bin ich zudem, dass wir mit Pfarrerin Dr. Anke Mühling eine engagierte und höchst motivierte Seelsorgerin für unsere Region gewinnen konnten, die über weitreichende Erfahrung verfügt und zugleich frische Ideen für die Gemeindeentwicklung mitbringt – das ist wirklich großartig!“

Gerne nah am Leben der Menschen

Die Region ist der gebürtigen Saarländerin nicht fremd, lebt doch ein Großteil der Familie ihres Mannes in Rödermark. Auch die gelebte Ökumene vor Ort spricht sie an: Geboren und aufgewachsen in Püttlingen, entstammt sie einer gemischt-konfessionellen Familie. „Ich habe von Kind an beide Seiten kennen- und schätzen gelernt und in meiner Jugend das Beste aus beiden Welten mitgenommen“, stellt sie fest. So war sie nach ihrer Konfirmation als Konfi-Teamerin in der evangelischen Gemeinde aktiv, aber hat auch katholische Schulandachten mitgestaltet und ist gerne mit auf Freizeiten gefahren – unabhängig davon, welche Konfession diese ausgerichtet hat.

Als Abiturientin hatte sie zunächst überlegt, Psychologie oder Lehramt für Latein und Religion zu studieren. Nach guten Gesprächen mit ihrem Heimatpfarrer und einem Praktikum in der Klinikseelsorge entschied sie sich für Evangelische Theologie. Dem Studium in Heidelberg und Mainz schloss sie eine Dissertation im Fach Altes Testament an. Doch eine wissenschaftliche Karriere war nicht ihr Traum: „Während meiner Promotionszeit, die ich an sich sehr genossen habe, wurde mir aber auch klar: Mein Herz schlägt für die Gemeinde“, erinnert sie sich. So übernimmt sie besonders gerne Taufen, Beerdigungen oder Trauungen und sagt von sich: „Ich bin gerne nah am Leben der Menschen.“

Glauben in Gemeinschaft Leben

Nach dem 2. Kirchlichen Examen folgte das Vikariat an der Bergstraße, anschließend zog es sie für ein Auslandsjahr nach Aberdeen in Schottland. „Die große Willkommenskultur der Gemeinden dort hat mich begeistert“, äußert sie nach wie vor beeindruckt. Nach dem Probedienst im Süd-Schwarzwald und in Mannheim trat sie 2012 ihre erste Pfarrstelle in Fliegenberg nahe Hamburg an. Seit September 2019 war sie bis zum Wechsel ins Südhessische in den Gemeinden Bergisch Born und Hückeswagen bei Wuppertal tätig.

Die 48-Jährige schätzt die Gemeindearbeit in ihrer Vielfalt. Auch wenn sich manche Rahmenbedingungen gerade rapide verändern, erfüllt es sie nach wie vor, Glauben in Gemeinschaft zu leben, Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zu begleiten, „und dabei immer wieder zu spüren, wie sehr das Vertrauen auf den dreieinigen Gott uns verbindet und trägt“, betont sie und verweist auf das Bibelwort „Freuet euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden.“ (Römer, 12,15). „Es ist schön, wenn Gemeinden Orte sind, wo man Freude und Leid miteinander teilt, gerade in der heutigen Zeit, in der Vereinzelung und Vereinsamung zunehmen.“

Große Bereicherung für Rödermark

Sie freut sich auf „die Arbeit in einer offenen, vielfältigen und lebendigen Gemeinde“ in einem Team aus haupt- und ehrenamtlich Aktiven, die sie als „sehr sympathisch und engagiert“ erlebt. Das beruht auf Gegenseitigkeit. „Wir sind dankbar, dass unsere Pfarrstelle nun wiederbesetzt ist, und freuen uns sehr auf die gemeinsame Arbeit mit Dr. Anke Mühling im Team“, verrät Kirchenvorstandsvorsitzende Erika Neudert und ist sicher: „Mit ihrer Erfahrung, neuen Ideen und der spürbaren Freude an der Gemeindearbeit ist sie eine große Bereicherung für Rödermark!“

Große Lust hat die Seelsorgerin zudem auf die Zusammenarbeit mit ihrer direkten Kollegin Eva Lawrenz. Zunächst will sie sich einen Überblick über die verschiedenen Angebote verschaffen und dann gemeinsam schauen, wie sich Aufgaben sinnvoll verteilen lassen. Auch Eva Lawrenz ist froh, dass sie nun eine so erfahrene Kollegin bekommt und zeigt sich neugierig auf Anregungen aus der Rheinischen Landeskirche. „Ich habe den Eindruck, dass sie viel Begeisterung, Kreativität und Frische mitbringt und kann mir gut vorstellen, dass wir als Team harmonieren und uns an vielen Stellen ergänzen werden!“

Pünktlich zum Dienstbeginn angekommen

Schon im vergangenen Jahr war Anke Mühling auf die Stelle aufmerksam geworden und hatte Kontakt zur Gemeinde aufgenommen. So konnte sie bereits vor ihrem offiziellen Dienstantritt bei verschiedenen Gelegenheiten in ihr neues Amt hineinschnuppern, zum Beispiel beim Reisesegen-Gottesdienst zu den Sommerferien 2025, den sie als Gast gemeinsam mit Prädikantin Christiane Pforr in der Weidenkirche gestaltet hat.

„Glaube bedeutet mir viel“, stellt sie fest. Seit ihrer Jugend begleitet sie ihr Konfirmationsspruch: „Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr.“ (Jesaja 54,10) Die Urkunde mit dem handschriftlich vermerkten Spruch hängt stets gerahmt hinter ihrem Schreibtisch. „Mir gefällt die enorme Zuversicht, dass die Zusage Gottes steht, was auch kommen mag“, bekennt sie.

Pünktlich zum Dienstbeginn ist Dr. Anke Mühling mit ihrem Mann, dem Theologieprofessor Dr. Markus Mühling, und der gemeinsamen Tochter Pia ins Pfarrhaus eingezogen. Und natürlich nimmt auch in Rödermark ihr Konfirmationsspruch wieder seinen angestammten Platz ein.

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