Hoffnung säen gegen Dornen

Hoffnung säen gegen Dornen

Hoffnung säen gegen Dornen

# ANgeDACHT

Hoffnung säen gegen Dornen

ANgeDACHT für September 2026 von Barbara Schindler, Pfarrerin in Dreieichenhain und Götzenhain


„Was der Mensch sät, das wird er ernten!“

Dieser Spruch kommt - wie viele kluge Sprüche - aus der Bibel, genauer aus dem Galaterbrief im Neuen Testament (Gal 6,7).

Ich habe diesen Ausspruch immer als eine Art Mahnung oder gar Drohung verstanden: Pass auf, was du sagst oder tust! Denn wenn Du Mist baust, musst du auch die Konsequenzen tragen können!  

Doch inzwischen entdecke ich auch Mutmachendes in diesem Bibelwort.

„Was der Mensch sät, das wird er ernten!“ Eigentlich wird mit diesem Satz erstmal ein ganz normaler natürlicher Ablauf beschrieben. Der Ablauf von Saat und Ernte, auf den sich die Menschen seit Urzeiten verlassen und es in Landwirtschaft und Gartenarbeit bis heute tun. Ich ernte das, was ich säe: Wenn ich auf dem Balkon im Mai kleine grüne Stauden von Cocktailtomaten heranziehe, dann werde ich im Sommer auch Cocktailtomaten daran ernten können (und nicht etwa Paprika). Wenn ein Landwirt Kartoffelknollen in den Acker setzt, wird er in der Erntezeit reife Kartoffeln ernten – und sich nicht wundern, dass es keine Spargel geworden sind!

„Was der Mensch sät, das wird er ernten“. Das was ich an Saatgut säe, das ernte ich auch an Frucht. Diese schlichte Wahrheit kann ich auch auf andere Bereiche des Lebens übertragen. Zum Beispiel auf meine Arbeit, auf Schule/Studium. Säe ich Aufmerksamkeit, Verständnis oder Hilfsbereitschaft, darf ich hoffen, dass daraus eine gutes Miteinander wächst und mir andere ebenso begegnen.

Oder als Eltern: Säe ich im Familienleben Vertrauen, mehr Lob als Kritik und ein Haltung des Respekts vor der Schöpfung und vor den Mitmenschen, dann darf ich hoffen, dass meine Kinder zu selbstbewussten, verantwortungsvollen, mitfühlenden Menschen heranwachsen, die das ebenfalls tun.

Ob meine Saat aufgeht, kann ich natürlich nie mit Sicherheit vorhersagen: Letztlich brauche ich immer auch Vertrauen, dass aus dem, was ich einbringe, auch wirklich etwas Gutes wächst. Dass nicht vergeblich ist, was ich tue. Auch wenn ich bis zur Ernte sicher immer wieder Geduld haben muss. Das ist im Büro, in der Schule, oder beim Engagement in einer Kirchengemeinde nicht anders als auf dem Feld. Doch während ich warte, darf ich hoffen, dass aus gutem Samen Gutes wächst – erst recht, wenn Gott seinen Segen darauf legt!

„Was der Mensch sät, das wird er ernten“. Natürlich hat dieser Satz auch einen kritischen und mahnenden Unterton. Nach diesem trockenen Frühjahr und Hitzesommer wird in der Landwirtschaft mit einer deutlich unterdurchschnittlichen Ernte gerechnet, vieles ist schlichtweg vertrocknet oder verbrannt. Wir Menschen ernten nun das, was wir an CO2-Verschmutzung über Jahrzehnte ausgestoßen und „gesät“ haben. Das macht nachdenklich und stößt zum Umdenken und Umlenken an!

„Was der Mensch sät, das wird er auch ernten“. Auch für das Miteinander einer Gesellschaft, ist dieser Satz wahr. Viele Menschen säen Gutes, engagieren sich ehrenamtlich, leben Vielfalt und Toleranz. Andere hingegen säen ganz bewusst Zwietracht, Missgunst und Lügen. Streuen ihre Verachtung auf den Ackerboden der Gesellschaft, ihren Hass gegen alle, die anders denken, leben, glauben als sie; ihre Verachtung auf christliche und demokratische Grundwerte. Solche böse Saat sollte eigentlich im Keim erstickt werden! Doch erschreckenderweise fällt sie immer öfter und mehr auf fruchtbaren Boden. Wenn sie wächst, was für eine Gesellschaft, was für ein gesellschaftliches Klima werden wir ernten – das sollten wir uns alle fragen!

Was der Mensch sät, das wird er auch ernten“ – das gilt für Gutes und für Schlechtes. Meine Worte, meine Handlungen, mein Umgang mit anderen und der Schöpfung hat Folgen. Ich präge damit das Klima in Familie, in Schule und Arbeitsplatz, in einer Gesellschaft, auf unserem Planeten.

Darum möchte ich versuchen, in dem Leben, in das Gott mich gestellt hat, Gutes zu säen. Mit meiner kleinen Kraft und den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen. Ich möchte Samen der Freundlichkeit, der Hilfsbereitschaft, des Verständnisses, auszustreuen; Samen der Hoffnung und Mitmenschlichkeit – und des Widerstands.

Und ich möchte darauf vertrauen, dass Gott seinen Segen auf die guten Samen meines Lebens und Tuns legt, sie wachsen lässt... auch inmitten -  ja, auch gegen Unkraut und Dornen!

Dies könnte Sie auch interessieren

Evangelisches Dekanat Dreieich-Rodgau

Haus der Kirche

Theodor-Heuss-Ring 52
63128 Dietzenbach
Tel. (06074) 48461-0
dekanat.dreieich-rodgau@ekhn.de

Redaktion der Webseite / V. i. S. d. P.:
Fachstellen Öffentlichkeitsarbeit
Kai Fuchs, Tel. (06074) 4846116
Stephanie Kunert, Tel. (06074) 4846117
oeffentlichkeitsarbeit.dreieich-rodgau@ekhn.de  

LEITUNG

 

PRÄSES DER DEKANATSSYNODE
Dr. Michael Grevel
michael.grevel@ekhn.de

DEKAN
Pfr. Steffen Held
Tel. (06074) 4846120
steffen.held@ekhn.de

STELLVERTRETENDER DEKAN
Pfr. Ansgar Leber
Tel. (06074) 4846129
ansgar.leber@ekhn.de  

BANKVERBINDUNG

Ev. Regionalverwaltungsverband
Starkenburg-Ost

DE45 5055 0020 0002 2745 74

HELADEF1OFF

Städtische Sparkasse Offenbach

 

Bitte geben Sie bei Überweisungen immer unsere Rechtsträger-Nr. im Verwendungszweck an: 

RT-Nr. 0900 101398

Ihr Anliegen